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Z00270 Der wahre Schüler des Weges schaut nicht auf die Mängel der Welt. (Sommer-Sesshin 07.07.2026)

Rei Ho Christoph Hatlapa Roshi · Teisho – Choka Sangha, Kloster ToGenJi · 2026-10-31 · Steyerberg · Source

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Sen, der Podcast von Chukka Sangha. Iho san si si si va si sombu sam kosa ogo ja horo mi. Aus dem Rindseil Rokko, 13. Kapitel, der wahre Schüler des Weges schaut nicht auf die Mängel der Welt. Es ist sein dringender Wunsch, wahre Einsicht zu erlangen. Wenn er wahre Einsicht in ihrer vollendetsten Klarheit erlangt, dann ist das in der Tat alles. Jemand fragte, was ist wahre Einsicht? Der Meister sagte, ihr müsst euch nur jederzeit hineinbegeben in das weltliche, hineinbegeben in das Heilige, hineinbegeben in das Schmutzige, hineinbegeben in das Reine, hineinbegeben in das Reich aller Buddhas. In all das, was sich euch überall zeigt, das entsteht, existiert, zerfällt und verschwindet. Dann, wenn ihr eingetreten seid in das ursprünglose Dharma Datu und alle Gebiete durchwandert habt, betretet ihr das Reich des Lotus-Schoßes. Und dort seht ihr ganz und gar, dass alle Damas Lehre bedeuten. Und dass es keine wirklichen Damas gibt. Es gibt nur den Menschen des Weges, der meinem Diskurs lauscht, von nichts abhängig ist. Er ist es, welcher die Mutter aller Buddhas ist. Deshalb werden Buddhas geboren aus der Nichtabhängigkeit. Einmal erwacht zur Nichtabhängigkeit, muss auch kein Buddha mehr erlangt werden. Eine Einsicht wie diese ist wahre Einsicht. Im Jahre 1985 vor unserer Zeitrechnung hatte der damals regierende chinesische Kaiser ein Traum. Traum träumt, dass eine kleine Karawane mit Mönchen und weißen Pferden nach China komme, mit einem großen Paket an Schriftrollen, die dem Reich gut tun würden. Von diesem Reich haben die damaligen buddhistischen Mönche in Indien Kenntnis erhalten und haben daraufhin in aller Eile ein Sutra komponiert, das Sutra der 42 verse. In diesem Sutra der 42 verse haben sie versucht, die Essenz des Buddhismus für die Chinesen anschaulich zu machen. Und das Verse-Maß dieses Sutra der 42 verse orientiert sich an dem Verse-Maß des Daute Ching, einer vielen chinesen geläufigen Schrift, die damals im Umlauf war. Das Sutra der 42 verse bediente sich damals der daustischen Kategorien, um den Dharma auszudrücken. Die kam also nicht an mit dem Begriff des Dharma, des Buddha Dharma, sondern sie kam mit dem Begriff des Dao. Dao bedeutet ja Weg. Und unser Sennenweg, der ist schon in der Knospe eine Synthese aus den daoistischen Erfahrungen und dem klassischen Buddhismus, der in Indien entwickelt wurde. Und durch diese Zusammenführung von zwei Geisteswelten ist das Sen so unglaublich vital und lebendig geworden. Der Sen Buddhismus hat ganz China irgendwann mal durchdrungen und war die vorherrschende buddhistische Richtung, weil er so volksnah war und so greifbar. Es war den Chinesen etwas Vertrautes, das ihn da entgegenkam. Und deshalb konnten sie sich dem öffnen. Die katholischen Missionare, die die Portugiesen mit nach China gebracht haben, haben sich gedacht, das machen wir mal nach. Und haben die Menschen mit Bibelzitaten vertraut gemacht, haben das Matthäus Evangelium und so weiter verkündet. Und da ist ja der Eingang. Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Und da haben die gesagt, wenn das mit dem Dao so gut funktioniert, dann sagen wir, am Anfang war das Dao, das Dao war bei Gott und Gott war das Dao. Das haben die Chinesen den Missionaren allerdings nicht abgekauft, weil alles, was sonst noch da mit transportiert wurde, in diesem Missionsversuch, das war infremd. Im Sinn haben wir auch eine enorme Metamorphose des Buddhismus zu verzeichnen. Es war ganz klar, dass wenn man da in China aufgetreten wäre, mit der Battelschale und die Welt eingeteilt hätte in Laien, die sich um die Mönche zu kümmern haben und die Mönche, die keinen Handschlag rehtun dürfen, weil sie sich dann womöglich beschmutzen, Lebewesen töten, ein Kubikzentimeter Boden enthält ja bekanntlich über eine Milliarde Lebewesen. Also wenn man da mit der Schaufel und dem Spatentraum rumprocelt, erhalzt man sich ja ein unmögliches Karma auf. Das war so die auffassbarte Eid-Buddhisten. Kein Wurm töten, das machen die Laien, wir halten uns rein. Und das kam in China natürlich überhaupt nicht gut an. Im Gegenteil, dort wurde die körperliche Arbeit sehr geschätzt und vor allem auf dem Land war es klar, dass man damit seine eigenen Hände Arbeit für sein Unterhalt sorgte. Das war eine der ersten Maßnahmen, die auch Sennmeister dann umgesetzt haben und haben dann gesagt, Jacoyo, also ein Tag ohne Arbeit ist ein Tag ohne Essen. Selbstversorgung war damals dann ab sofort buddhistische Praxis und selbstversorgung versuchen wir ja auch hier in unserem Tugensitempel zu manifestieren und wir versuchen das im Sinne von liebevoll mit den Pflanzen hier umzugehen und unser kleinen Umwelt. Und wir haben dabei nicht die Idee, wir müssen jetzt hier aus diesem kleinen Tempelgrundstück irgendwie profitablen Gartenbau entwickeln, wir kämen mit unserem Samo, unserer Liebe, unsere Energie in dieses Gelände und das Gelände schenkt uns etwas zurück, zum Beispiel Blumen, die wir hier haben, wenn wir Sushi machen, ein großer Vielfalt. Also ich habe gesehen, die Diesteln mit ihren Stacheln und die Sonnenblumen mit ihren schönen streinen Gesichtern die verschiedenen Blumen, die uns hier anlachen, all das strahlt uns etwas zurück von unserer eigenen Haltung, die wir hier aussehen. Und so war das eben auch schon im alten China, dass die Mönche sich und die Klosterfrauen natürlich genauso wie sie sich gekümmert haben um ihre eigene Versorgung im Kooperation mit der Natur. Ja, und Rinsei, der lebte ja in einer Zeit des Umbruchs gegen Ende der Tangeneßtie, der hat wirklich noch mal so ganz auf die Essenz geschaut, deswegen ist, den wir gehen. Und da war ihm wichtig, dass wir ein Weg einschlagen, der auf Selbstvertrauen gründet. Selbstvertrauen, ich kann mich selber erhalten, ist dabei auch eine wichtige Größe. Ja, viele Menschen heute, die keinen Zugang haben zu Arbeit und Möglichkeiten, sich selber zu erhalten, denen fehlt es auch oft an Vertrauen, ja, die denken, was mache ich nur, warum bin ich hier auf die Welt gekommen? Was soll ich hier, ich kann ja gar nicht mal für mich selber sorgen und so, nein. Selbstvertrauen, das ist eine sehr, sehr wichtige Fähigkeit, die wir kultivieren sollten. Und Selbstvertrauen entsteht, wenn wir aufhören auf die Welt als ein Mangelereignis zu schauen, wenn wir überall nur Mängel sehen, Unzulänglichkeiten, Defizite, das unterminiert total unser Vertrauen. Und wir können also aktiv an unserem Vertrauen arbeiten, indem wir die Welt anders anschauen, indem wir den Reichtum der Welt sehen und indem wir sehen, was alles ohne, dass wir es verdienen müssen, uns von diesem Universum angeboten wird. Die viele Schönheit, die vielen Wunder, an denen wir oft vorbeigehen, ja, weil wir noch irgendein Ziel vor Augen haben, was uns wichtiger erscheint, als das so sein, in dieser Welt anzunehmen und uns davon ernähren zu lassen. Ja, und auf diesem Wege zur aufwertenden Betrachtung der Welt, ja, da finde ich, ich habe mir hier in unserer kleinen Sanger große Schritte unternommen. Mir fällt auf, dass wir irgendwie eine Grundstimmung von Wertschätzung und liebevollen Umgang im Laufe der Zeit entwickelt haben. Und ich konnte die Jüngste genießen, als ich mit Emmi, meiner dritten Frau, wir haben jetzt ja vor ein paar Wochen gerade geheiratet, wie ich das hier in unserer Sanger mit den Sangermitgliedern vor Ort und den Geladen hier feiern konnte. Da habe ich das so gespürt, diese liebevolle Grundstimmung. Ich immer noch will ich davon sprechen, weil es einfach unglaublich schön war. Und da bin ich auch der ganzen Sanger nochmal sehr dankbar dafür, dass wir das so erleben konnten, dass wir uns empfangen fühlen und dass wir einfach sein durften und genießen durften, was hier an Vorbereitung gemacht wurde und so. Und das meine ich, wenn wir auf die Welt schauen, als wäre das ein Mangeltheater, können wir nicht glücklich sein. Aber wenn wir das sehen, wie fast diese Welt alles für uns bereithält an Schönen und wenn wir uns gegenseitig anschauen und bestärken durch die Art der Wahrnehmung, die wir aneinander machen, könnten wir unsere Kraft wirklich entfalten, so dass sie nach außen ausstrahlt. Und das habe ich hier gerade erlebt und deshalb bin ich so glücklich darüber. Ja, und es ist eine gewisse Versuchung, aus dem Tempel hier wieder rauszugehen und in die übliche Welt, wo wir bombardiert werden mit Abwertungen. Es fängt ja schon mit den Nachrichten, die man im Rundfunk hört oder im Fernsehen sieht an. Es sind immer nur bedenkliche Zustände, die dabei richtet werden. Gegenseitige Sichttotschlagen, Kriege und finanzen, die nicht stimmen, auf Pumpfernen, Panzer gekauft, dort Menschen glücklich gemacht. Alle diese Nachrichten, die kommen ja auf uns zu und die können den Glauben erschüttern, das Vertrauen erschüttern, dass wir in einem freundlichen Universum leben. Aber meine Überzeugung ist, wir leben in einem freundlichen Universum. Und diese ganzen Kriege und was da so gibt, die gehören zu dem freundlichen Universum dazu. Es ist manchmal schwer zu verkraften, aber es kennzeichnet halt auch das so sein. Auch diese Seite, wie der Rindsei sagt, ihr müsst euch nur jederzeit hineinbegeben in das weltliche. Also wenn ihr wahre Einsicht erlangen wollt, begebt euch hinein in das weltliche, in das Heilige, in das Schmutzige und in das Reine. Setzt euch dem aus, lasst euch davon erfassen. Seht die Soheitsnatur all dessen, was euch begegnet. Kommt zu dem Schluss, Schlussendlich begegnen wir dem Ursprungslosenreich, dem Ursprungslosenreich, das ständig gegenwärtig ist und ständig alles hervorbringt. Also Senmeister Banke, der sprach immer von Geboren und Ungeboren. Und sagte, diese beiden Sphären der Existenz, die hängen total zusammen und bedingen sich gegenseitig. Kein Geborennis ohne dass nicht ungeboren ist, da ist kein ungeboren ist, das nicht geboren ist, da ist. Und wenn uns dieser Zusammenhang klar wird, dann wird auch die Welt der Unbeständigkeit, in der wir uns ja auch bewegen, die wird dann für uns viel geborgenheitsschaffender. Die wird dann in gewisser Weise eine heimatlose Heimat, in der wir uns frei bewegen können. Und Interesse des Buddhismus an den Menschen ist, dass wir eine Speziesentie Befreiung erlangen können. Wir können befreiten Geister lang. Und wenn das in großen Maßstabel der Fall ist, dann die Existenz, in der wir uns aufhalten, vom Geist der Befreiung durchdrogen sein. Ja, also er sagt, es gibt nur den Menschen des Weges da, der mein Diskurs lauscht, von nichts abhängig ist. Dieser Mensch des Weges, der da lauscht, das ist nicht das ich, was da sitzt, sondern es ist eine Instanz in uns, die lauscht. Und wenn wir in der alten Sendow saßen, morgens schli sitzen da immer um halb sieben bis sieben, und dann ist anschließend kurze T-Zermuni. Und da haben wir die Fenster natürlich auf gehabt, weil es noch relativ warm war. Und da haben da die Tolber in einem Fort gegurrt. Also vier Tolber waren klar voneinander zu unterscheiden. Die haben immer aufeinander reagiert und so. Und ich komme ja aus einem Jägerhaushalt und habe auch gelernt, wie man diesen Taubenruf nachmacht, um die Tolber anzulocken. Auf jeden Fall war das für mich ein interessantes Schauspiel, weil die eigentlich wichtige Instanz, nämlich die Tauben, die diese ganze Aufführung da galt, von denen war ja nichts zu hören. Die waren ja nur reines zuhören. Die haben da gesessen in der ganzen Umgebung und haben nur gehört. Dieses Lauschen, das fand ich so interessant, dass ich das mitbekommen habe. Die sind ja auch da und hören sich das Ganze, die ganze Zeit an. Und sind die Entscheidenden, weil die nachher aufgrund des Gehörten in Aktion treten. Das, was die Tolber da an Ratschlagen und Imponier gehabt haben, an den Tag legen, das ist das eine. Aber die wahre Wahl wird vom Weiblichen getroffen. Und da ist kein Umgekrehe und Gemache, sondern das einfach nur zuhören da. Und ich habe gedacht, wie toll, dass das so manifestiert wird in der Tierwelt. Dieses aufmerksame Zuhören und dann Entscheidungen treffen. Ich habe dann so gesehen, wie mein Geist normalerweise an diesem Vordergrund hingehaftet. An diesem Gagore der Tolber. Und gar nicht an der Haltung der Tauben, dass sich das alles anhören. Dass die ganz aus meinem Aufmerksamkeit zur Ruzon rausfallen. Immer nur. Also, das hat mich richtig innerlich erreicht. Dass diese Welt des Zuhörns und die Welt des Töne Machens, dass die vollständig miteinander verwoben ist und dass wir dazu neigen, nur die eine Seite zu sehen. Ja, also, das war so ein Erlebnis. Ich bin sowieso in letzter Zeit in so einer berührbaren Verfassung, weil um mich herum meine ganze Berufswelt und so, das löst sich alles in Wohlgefallen auf. Da, wo ich 30 Jahre gearbeitet habe, mit dem Thema Mediation, Gewaltfreikommunikation, die äußere Manifestierung in Büro und Seminarräumen und Menschen, die da einkommen und so, das erfliegt geradezu im Augenblick. Und ich muss mich einfinden in eine neue Welt, wo das, was mir selbstverständlich war, nicht mehr da ist. Ich kann nicht mehr ins Büro gehen, mal eben gerade 50 Seiten ausdrucken. Der Computer funktioniert nicht mehr, ist nicht mehr angeschlossen. Der Drucker, ich komme da mit meinem Computer hin, der sagt, nee, ist nicht. Also, es sind lauter kleine schockierende Erlebnisse, die ich habe. Andere Menschen, die erleben viel größere Umbrüche, in meiner Lebensgartenwelt überrascht das und macht es auch traurig und erschüttert mich und bringt mich auf eine gewisse neue Offenheit für Neues, was ich noch nicht kenne. Weiß es nicht. Zum Glück hier im Temp finde ich noch Menschen, die mich gerne empfangen und gerne mit mir zusammen sind. Das ist natürlich ein großer Trost. Aber in meiner gewohnten Welt bin ich auf dem Rückzug. Kurz nach dem Ukraine-Krieg, als der begann, vier Tage später verkündete der damalige Bundeskanzler Scholz, Frieden ohne Waffen ist out. Gibt es nicht mehr. Mein Hauptberuf. Frieden schaffen ohne Waffen. Frieden schaffen durch Kommunikation, durch gegenseitige Verständigung, durch gegenseitige Wahrnehmung. Strich durch, out. Aufrüsten. Wir müssen kriegstauglich werden. Nicht friedenstauglich, kriegstauglich. 200 Milliarden in Aufrüstung. Wie wäre es mit einer Milliarde in Friedensstiften? Das ist kein Geld da. Nicht ein Promä von dieser Summe wird da investiert. Es wird als naiv angesehen, sich für den Frieden einzusetzen. Das ist auch ein Einstürzen meiner Welt. Dass ich mit diesen Botschaften, die ich eigentlich bisher vertreten habe und da war immer wieder auf offene Ohren gestoßen bin. Dass die im großen Rahmen heute uninteressant sind. Friedensstifter, wer so eine Friedensdemonstration organisiert, habe ich neulich mitbekommen, wird beschimpft als AfD-nah. Ihr seid Rechte, also werden kategorisiert in Kategorien, die überhaupt nicht mit meinen Werten übereinstimmen. Und das finde ich unglaublich. Das ist eine unglaubliche Veränderung meiner Umgebung, der ich bisher zugetraut habe, dass wir uns gemeinsam in Richtung Frieden bewegen können. Das heißt nicht, dass meine Welt nicht auch viele Lichtblicke kennt. Ich habe zum Beispiel sechs Kinder und fünf von denen, die haben schon ihr Standing im Leben erreicht. Aber Sophie, die Jüngste, war immer noch zu Hause und musste betreut werden. Es ist ein besonderes Kind mit ihren Einschränkungen. Und Sophie hat, wir haben uns acht verschiedene Projekte angeguckt, nachdem sie ihre Tätigkeit im Waldkindergarten aufgeben musste. Haben wir nach Projekten gesucht, wo sie als eingeschränkte Person ein gutes Leben führen kann. Wir waren in Paderborn bei Christianen und haben verschiedene Inklusivprojekte in der Umgebung angeschaut. Und jedes Mal hatte Sophie eine gewisse Aversion dagegen. Dann waren wir in Bremen, da gibt es ein Projekt Tanzbar. Da konnte sie sich ausprobieren. Sie haben da eine Mischung aus behinderten und nicht behinderten Menschen, die da Theater zusammen aufhören. Und die haben da Sophie so integriert und mit ihrem Stück choreografiert, was ihr viel Spaß gemacht habt. Von denen kriegte sie den Tipp, bewirb dich doch an der Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg. Da sind wir dahin. Ich dachte, meine Sophie als Hochschulstudentin, das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Aber gut, wir sind dahin gegangen. Und Sophie hat aus eigenem Impetus jetzt schon jahrelang Karate trainiert. Durch dieses Karate-Training hat sie eine enorme Präsenz und eine enorme Körperbeherrschung. Und da konnte sie in dem Bereich Tanz und Performance dabei der Hochschule in Ottersberg sozusagen als Gästin einmal die Woche mit in den Tanz- und Theaterworkshop reingehen. Und die haben schließlich vorgestiegen, Sophie soll doch versuchen, die Aufnahmeprüfung zu machen, die sie machen musste, weil sie ja keinen Schulabschluss hat. Sophie hat keinen Hauptschulabschluss, keine mittlere Reife und so weiter. Hat sie nicht. Sie hat nur ihre Körperbeherrschung und ihre Konzentration. Das hat sie da eingebracht. Und sie hat die Prüfung gestanden. Diese studieren ja. Und wir versuchen das zu ermöglichen. Für mich ist es ein Wunder. Ich bin mal im Thema Sophie leicht zu einer gerührten Stimmung. Weil sie zur Welt kam und zu einer Prognose gestellt, gekriegt hat von den Ärzten. Sie wird es vielleicht das erste halbe Jahr nicht überleben. Sie wird blind werden. Sie wird nicht gehen können. Sie wird nicht sitzen können. Sie wird nicht in der Stimmung gehen. Und so weiter. Und die Mutter von Eva hatte dann auch mal so ein Kommentar, der auch nicht gerade hilfreich war. Dass sie sagte, ach, wäre das arme Wurm doch weitergepult gestorben. Ich habe ja dann Sophie Tag und Nacht am Kaper getragen. Um ihr den Kontakt zur Welt zu vermitteln. Obwohl sie von ihrem Gehirn her nach der Aussage der Ärzte da nicht zu fähig war. Ja, Sophie ist wirklich ein Wunder. Sie hat stehen gelernt, sprechen gelernt, schreibt Geschichte. Und jetzt studiert sie sogar, was immer das heißt. So oft habe ich gedacht, wie gut, dass wir nicht in der Nazi-Zeit gelebt haben. Da wäre Sophie sofort abgemurkt worden. Sondern dass wir in dieser Zeit haben, wo sie als Glückspilz sich entfalten konnten. Denn sie hat immer Glück gehabt in der Schule. Die EGS Nienburg wurde gerade rechtzeitig für sie erst geblieben. Sie wurde immer gefördert von ihrer Förderlehrerin und anderen Lehrern. Alle hatten so eine warmherzige Art, mit ihr umzugehen. Und sie war auch in der Reaktion immer so dankbar. Sie war so wissbegierig auf ihre behinderte Art. Den Zeitpunkt, wo sie sich auf die Reaktion von 1 bis 10 hat sie in vier Jahren gerade mal so erklappen. Alles über 100 ist schon außerhalb ihres Handlings. Aber man braucht es ja auch nicht unbedingt. Dafür kann sie mit dem Handy gut umgehen und notfalls da eintippen, was für sich die Zahlen zusammenrechnen. Und das ist ja auch ein Problem. Sie hat einen Weg gefunden, sich in dieser Welt irgendwie zu entwickeln. Dafür bin ich total dankbar, weil mit sowas war nicht zu rechnen. Und ich bin der Überzeugung, dass eine Art und Weise, die sich in der Zeit zusammenrechnen, die sich in der Zeit zusammenrechnen, die sich auch über die Überzeugung, dass eine aufwertende, offene Haltung Menschen mit solchen Einschränkungen gegenüber, das Heilsamste ist, was denen begegnen kann. Und auch das Heilsamste für uns selbst. Weil wir sind ja in Wirklichkeit auch behinderte Zwerge. Man sich mal überlegt, was wir im Leben so anstellen und wie wir uns selber sehen und wie wir mit uns selbst umgehen. Und ich habe jedenfalls von allen meinen Genern gelernt, aber von zu viel habe ich am meisten gelernt. Sie war meine Kurszellehrerin, weil sie mir gezeigt hat, dass die Grenzen, die ich gesehen habe, nicht existieren. Ja, jetzt wird dieses Kind vielleicht tatsächlich selbstständig werden und ausziehen zu Hause und vielleicht noch an den Wochenenden vorbeikommen. Sie lernt mit Mühe jetzt selber Bahn zu fahren und das in dieser unglaublichen Chaos seit der deutschen Bahn. Sie will dann von Nienburg aus nach Otersberg fahren und dann schreibt sie in der SMS, ja der Zug ist schon mal, fährt nicht. S